Kooperation mit der Grundschule Olbersdorf

Projekt: „Untersützung bei Schultheaterprojekten
eine Kooperation der Grundschule Olbersdorf mit dem GHT Zittau
Theaterpaten: Ulrike Carl (Theaterpädagogin) gemeinsam mit den Gewerken des Theaters
Teilnehmer: ca. 25 Schüler der Klassenstufe 1 bis

Das Projekt möchte Schülern der Klassenstufe 1 bis 4 die Möglichkeit geben, sich aktiv und produktiv mit den Arbeitsprozessen im Theater vom Text bis zur fertigen Theateraufführung auseinander zu setzen.
Die Schüler erhalten Gelegenheit, sowohl den theoretischen Hintergrund als auch die praktische Umsetzung der einzelnen Arbeitsfelder im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau zu erfahren und dort gleichzeitig eigenschöpferisch in Werkstattform umzusetzen. Außerdem erhalten sie Ideen und Lösungsmöglichkeiten für das eigene Schultheaterprojekt und erlernen neue kreativ-schöpferische Tätigkeiten in Bereichen handwerklicher und künstlerischer Fähigkeiten. Sie erfahren, wie Hand in Hand gearbeitet wird und wie wichtig die Kommunikation untereinander ist. Das Projekt zeigt, wie wichtig eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit für ihre eigene Produktion ist. gemeinschaftlichen Theaterproduktion.

Beitrag in Portal 4/2009

Reihe Ganztagsangebot an Schulen: II. Kooperation mit der Grundschule Olbersdorf

Die Grundschule Olbersdorf ist neben der in der März-Ausgabe von Portal bereits vorgestellten Schkola Jonsdorf die zweite von vier Schulen, mit denen das Gerhart-Hauptmann-Theater für das Schuljahr 2008/09 im Bereich des Ganztagsangebotes, kurz GTA, ein Gemeinschaftsprojekt durchführt. Im Sommer wird es im Foyer des Gehart-Hauptmann-Theaters Zittau eine Ausstellung über die Entwicklung der vier GTA-Projekte geben.

Die zwölf Brüder – Märchen nach den Gebrüdern Grimm

Im Rahmen des vom Zittauer Theater entwickelten GTA-Modells Unterstützung von Schultheaterprojekten entsteht in Kooperation von der Grundschule Olbersdorf und dem Gerhart-Hauptmann-Theater unter der Leitung von Jana Heinrich und mit Unterstützung von Theaterpädagogin Ulrike Carl eine Schultheaterproduktion. Die 12 Schüler/innen der 3. und 4. Klasse proben jede Woche am Donnerstagnachmittag. In regelmäßigen Abständen von ca. vier Wochen kommt entweder die Theaterpädagogin in die Schule oder es geht mit dem Bus nach Zittau in die verschiedenen Abteilungen des Theaterbetriebes. Die Mitglieder der Theatergruppe werden in ihrer Schule die mobile Produktion Jenny Hübner greift ein erleben, um mindestens eine professionelle Theateraufführung zu sehen.

Zunächst kam Ulrike Carl in die Grundschule Olbersdorf zur Theater-AG. Dort besprach sie mit den Schülern das von Frau Heinrich bereits ausgewählte Grimmsche Märchen Die zwölf Brüder, diskutierte die verschiedenen Spielorte und die Schüler erarbeiteten mit Zeichnungen deren mögliche Umsetzung auf der Bühne:

Das Königreich erwartet mit Vorfreude die Geburt des dreizehnten Kindes der Königin. Niemand außer der Königin weiß, dass der König seine zwölf Söhne töten will, falls es ein Mädchen wird, damit es das Reich alleine erbt. Als Benjamin, der jüngste Sohn, von seiner Mutter davon erfährt, flieht er mit seinen Brüdern in den Wald: Hisst die Königin eine weiße Fahne, dann ist ein Junge geboren und sie können ins Schloss zurückkehren. Hisst sie aber eine rote Fahne, ist eine Königstochter zur Welt gekommen und sie werden bei ihrer Rückkehr getötet. Am Tag der Geburt weht die rote Fahne, die Söhne beschließen ein Leben im Wald und die Prinzessin wächst ahnungslos ohne Geschwister im Königspalast auf. Als sie eines Tages 12 Hemden findet, erfährt sie von ihrer Mutter von der Drohung des Königs und ihren geflohenen zwölf Brüdern. Sie begibt sich auf die Suche nach ihnen, findet sie in einem Haus im Wald und beschließt bei ihnen zu bleiben.  Eines Tages jedoch pflückt sie im Garten 12 weiße Lilien und verwandelt dadurch ohne ihr Wissen die Brüder in Raben. Es gibt für die Schwester nur eine Möglichkeit, den Zauber rückgängig zu machen und die Brüder zu retten, nämlich durch ein siebenjähriges Schweigegelübde...

Jana Heinrich und Ulrike Carl erarbeiteten eine Dramatisierung des Grimmschen Märchens, lasen sie gemeinsam mit den Mitgliedern der Theatergruppe und stellten verschiedene Varianten für einen veränderten Ausgang des Märchens vor, den die Schüler/innen entscheiden sollten.

Die nächsten Treffen fanden im Theater statt. Der Ablauf des Ganztagsangebotes verlief ähnlich wie bei der Schkola Jonsdorf: Die Schüler besuchten zunächst die Abteilung Marketing/Öffentlichkeitsarbeit und erstellten Plakate. Ausstattungsleiter Fabian Gold zeigte und erklärte ein Bühnenbildmodell, in der Schneiderei lernten die Schüler/innen, wie aus einer Figurine des/der Kostümbildner(s)/in ein Kostüm angefertigt wird. Beim Besuch in der Abteilung Requisite erstellten die Schüler/innen unter Leitung von Jahrespraktikant Daniel Böhm Aufnäher in Form eines Wappens, den die 12 Brüder als Erkennungsmerkmal an ihrer Kleidung tragen sollen. Außerdem bereiteten sie Überzieher aus Filz für die Stiefelschäfte vor. In den Theaterwerkstätten zeigt Mario Wenzel Tischlerei, Schlosserei, Dekorationsabteilung und Malsaal. Er erklärte die dort entstehenden Elemente für die Produktion Ein Sommernachtstraum und die Vorarbeiten für Artus und die Ritter der Tafelrunde. Anschließend produzierten die Kinder unter seiner Anleitung das Waldhäuschen der zwölf Brüder als Pappkulisse.

Bis zum Sommer folgen noch Besuche der Licht- und Tonabteilung und der Maske, bevor Die zwölf Brüder  voraussichtlich im Juni 2009 zur Aufführung in der Schule und in einer Spielstätte des Gerhart-Hauptmann-Theaters kommen. 

Quelle: GHT Zittau, Fotos: Bianca Strohbach