Internationale Sommerschule der Künste zum Thema Kunst und Demenz in Görlitz vom 28. September bis 02. Oktober 2015

Das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen veranstaltet in Zusammenarbeit  mit der Hochschule Zittau/Görlitz (Fakultät Management- und Kulturwissenschaften: Studiengänge Kultur und Management, Management im Gesundheitswesen; Fakultät Sozialwissenschaften: Studiengänge Soziale Gerontologie, Sozialpädagogik, Management sozialen Wandels) sowie dem Görlitzer Geriatriezentrum, Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen vom 28. September bis 02. Oktober 2015 eine
Internationale Sommerschule der Künste zum Thema Kunst und Demenz  in Görlitz.

Prof. Dr. Matthias Th. Vogt, der Direktor des Instituts und Initiator der Sommerschule schreibt dazu im Konzept für die Veranstaltungsreihe:

Auf der Suche nach Modellen/Theorien für das Verhältnis von Kunst und Demenz

In der Bundesrepublik gibt es eine überschaubare Zahl von deutlich unter hundert nachweisbaren Projekten im Bereich Kunst und Demenz. Mit Förderung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) arbeitet das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen (IKS) gegenwärtig an einer Studie „Kunst und Demenz“, in deren Rahmen wir zum Jahresende 2015 einen „Leitfaden für Modellprojekte Kultur, Kunst und Kulturvermittlung für Menschen mit Demenz“ vorlegen wollen. Soweit wir derzeit sehen, fehlt es jedoch an einer substantiellen Theoriebildung, auf der der Leitfaden aufbauen könnte.

In Anlehnung an Frölich muss man davon ausgehen, dass noch keine optimalen Messinstrumente gefunden bzw. entwickelt wurden, um die Wirkungen musiktherapeutischer Anwendungen beim Patienten mit Alzheimerdemenz optimal belegen zu können. Um zielgerichteter untersuchen und Messinstrumente entwickeln zu können, bedarf es auch eines Erklärungsansatzes. Bisher sind die vorhandenen Studien in diesem Feld untereinander noch sehr isoliert, es gibt keine Forschungsstränge oder sogar Repliken. Viele einzelne kleine Hinweise werden verfolgt, ohne dass eine Richtung vertieft werden könnte. (Söthe-Röck, Astrid 2009: Musik im Alter und mit Alzheimerdemenz. Fähigkeiten im Umgang mit kurzen musikalischen Rhythmen, Diss. Univ. Paderborn, S. 62)

Dem wollen wir – anknüpfend an unsere bewährte Veranstaltungsreihe „Internationale Sommerschule der Künste“ – ein wenig abhelfen, indem wir uns der Unterstützung ausgewiesener Experten versichern. Gleichzeitig erhoffen wir uns kritische Anregungen von unseren Studenten und interessierten Gästen, die wir in die Thematik einführen wollen.

Menschen, die an Demenz erkranken, bilden keinesfalls eine Ausnahme. Im Zuge des demographischen Wandels und dem überproportional wachsenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung nimmt die Häufigkeit dementieller Erkrankungen deutlich zu. Nach aktuellen Schätzungen sind weltweit 44,4 Millionen Menschen von Demenz betroffen, in Deutschland etwa 1,5 Millionen. Schätzungen der Deutschen Alzheimergesellschaft zufolge wird sich die Zahl der Erkrankten bis zum Jahr 2050 verdoppelt haben. Die volkswirtschaftlichen Folgen, wenn es gelänge, diesen Anstieg zumindest zu bremsen, sind beachtlich.

Das komplette Konzept und die Programmübersicht finden Sie hier.

Weitere Informationen finden sie hier.

Rückfragen und Anmeldungen bitte unter  institut(at)kultur.org